Der Letzte macht das Licht aus

Der Letzte macht das Licht aus.

In der Diskussion um die Biogasanlage wird häufig die große Politik ins Spiel gebracht. Dabei geht es um den Hunger in der Welt und um Lebensqualitäten hier bei uns. Mir sträuben sich da die Nackenhaare. Ob diese Anlage hier gebaut wird oder nicht, wird den Welthunger in keinster Weise beeinflussen. Den Welthunger bekämpft man nicht durch Export von Nahrungsmitteln. Er wird bekämpft durch die Zurverfügungstellung der Technologie zur Nahrungsmittelproduktion. Dies setzt aber eine starke Wirtschaft voraus, die nun mal Energie benötigt. Die Gegner führen auch häufig das Argument von Monokulturen auf unserem Bördeboden an. Aber wenn ich nur Getreide zur Nahrungsgewinnung anbaue, ist dies auch eine Monokultur. Hier werden unsere Bauern schon im Vorfeld des Raubbaus unseres Ackerbodens bezichtigt.

 

 

Ich will die Argumente auch gar nicht weiter bewerten. Mir geht es grundsätzlich um die Ergebnisse der Arbeit unserer Stadträte. Sie behaupten häufig zum Wohle der Bürger zu entscheiden. Und mit Entscheiden meinen sie wohl, erfolgreich verhindern. Beispiele gibt es da genug. Glaswerk, Sporthalle, Einkaufspark im Stadtzentrum, Bürgerhaus usw. Und jetzt auch die Biogasanlage mit der angekündigten Schaffung von über 100 weiteren Arbeitsplätzen in der Nahrungsmittelproduktion als Folge dieser Anlage. Wohlstand wird in unserer Gesellschaft nicht dadurch geschaffen, dass ich für Alkoholiker Therapiemöglichkeiten schaffe. Wohlstand erzeugt man durch Arbeit. Und am besten durch Arbeit im Wohnort. Aber die Karawane, die jeden Morgen nach Aschersleben oder Richtung Magdeburg zieht wird immer größer. Und bei den steigenden Fahrtkosten verwundert es dann auch nicht, dass die Zahl derjenigen steigt, die durch Umzug ihrer Arbeitsstelle näher kommen wollen. Da passt es auch ins Bild, dass die Wobau auf den zunehmenden Mieterrückgang reagieren will und muss. Aber selbst dies wollen einige Stadträte verhindern. Dies ist dann wohl Realitätsverlust in seiner reinsten Form.

Es sollte ein Strich ins Herz für jeden Stadtrat sein, wenn er mit der Tatsache konfrontiert wird, dass in Aschersleben ein neues Gewerbegebiet erschlossen wird, da die anderen zu 100% voll sind. Wir leisten uns aber weiterhin den Luxus, den einzigen Investor, den wir momentan haben, per Grundsatzbeschluss zu vertreiben. Wenn selbst Stadträte, die in Stassfurt keine Arbeit finden und deshalb in Magdeburg oder anderswo arbeiten, immer noch glauben, dass es richtig ist, hier Investitionen zu verhindern, haben sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Wie intensiv sich manche Stadträte mit den Investoren auseinandersetzen zeigt das Paradebeispiel der UBvS. Ihr Fraktionsvorsitzender wird nicht müde, in der Öffentlichkeit die Verstärkung der Wirtschaftsförderung zu fordern. Kommt dann aber ein Investor, werden Gesprächsangebote mit dem Argument ausgeschlagen Zitat:“ Wenn ich kein neues Auto will, muss ich mich auch nicht über Autos informieren.“. Eine Bewertung dieser Aussage möge jeder selbst vornehmen.

Solange Parteien und Bürgervertretungen im Stadtrat sich in ihren Berichten mehr dafür feiern, was sie erfolgreich verhindert haben, wird wohl die Aussage vom Chef der Wobau zutreffen, daß wir in Stassfurt im Jahre 2050 nur noch ca 5000 Einwohner haben werden. Und dann kann der Letzte das Licht ausmachen.

 

Oliver Walter

Mitglied CDU Ortsvorstand

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